Die Dialogphilosophie des polnischen Priesters und Philosophen Jozef Tischner

0. Gliederung

  1. Einführung
  2. Selbststudium und Unterrichtsmaterialien
    2.1. Medienliste
    2.2. Quellen- und Arbeitsmaterialien
    2.3. Unterrichtsmaterialien und Lernbegleitung
  3. Service zur Aufbereitung des Bildungsangebots als Seminar für dritte Veranstalter
    3.1. Wir bieten ….
    3.2. Sie verfügen über …
    3.3. Unsere Referenzen …
    3.4. Kontakt
  4. Eine Zusammenarbeit von …

1. Einführung

Der Priester und Philosoph Józef Tischner war einer der wichtigsten polnischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts; und dennoch ist sein philosophisches Werk in Westeuropa kaum bekannt.
In deutscher Sprache sind bisher vier Bücher veröffentlicht, so z.B. die beiden Teile seines philosophischen Hauptwerkes „Das menschliche Drama“ (1989) und „Der Streit um die Existenz des Menschen“ (1998)
.
In diesen Büchern entwickelte Tischner die Grundzüge seiner Dialogphilosophie u.a. auch als Reaktion auf die Zerstörung der Menschlichkeit durch die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts.
Tischner wurde 1931 in eine goralische Lehrerfamilie hineingeboren und wuchs in Lopuszna, einem Dorf im südpolnischen Tatravorland
, auf. Mit dem Wunsch Priester zu werden, trat Tischner 1950 in das Päpstliche Seminar in Krakau ein, wo er in seinem letzten Studienjahr auch eine Vorlesung über Sozialethik bei Dr. Karol Wojtyla hörte. In dieser Zeit sah sich die Katholische Kirche großen staatlichen Repressalien ausgesetzt, deren herausragendstes Ereignis wohl in der Arrestierung ihres Primas Kardinal Wyszynski im September 1953 bestand. Zwei Jahre später wurde Tischner zum Priester geweiht.
Sein Entschluss, sich der Wissenschaft zu widmen, führte ihn zu einem zweijährigen Studium an die Theologische Fakultät in Warschau. 1963 promovierte er bei Roman Ingarden zum Thema „Das transzendentale Ich in Edmund Husserls Philosophie“, der 1974 die Habilitation folgte. Es schlossen sich Lehrtätigkeiten an der Hochschule für Theaterwissenschaften, der Päpstlichen Akademie und an der Jagiellonischen Universität in Krakau an.
In zahlreichen Schriften hatte Tischner ab den 1970er Jahren die soziale und politische Situation in Polen aus religiöser und philosophischer Perspektive untersucht. Seit seiner prominenten Predigt für die Anhänger der
Solidarność-Bewegung am 19. Oktober 1980 auf dem Krakauer Wawel avancierte Tischner zum inoffiziellen Priester der Gewerkschaft. In dieser Predigt, die er in einer mehrwöchigen Reihe in der katholischen Wochenzeitschrift „Tygodnik Powszechny“ vertiefte, füllte er den Begriff „Solidarność“ mit Inhalt. Das Buch „Die Ethik der Solidarität“ (1982), in dem diese Aufsätze gesammelt erschienen, wurde zum Symbol für die gesamte Bewegung.
1981 gründete er in Wien zusammen mit Krzystof Michalski das „Institut für die Wissenschaft vom Menschen“, das u.a. regelmäßige Treffen einer Gruppe von Intellektuellen mit Johannes Paul II. in Castel Gandolfo organisierte.
Im Jahr 2000 ist J
ózef Tischner gestorben.

 


 2. Selbststudium und Unterichtsmaterialien


2.1. Medienliste

Über die Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V. können Sie weiterführend folgende Medien zum Thema beziehen: Medienliste Jozef Tischer.


2.2. Quellen- und Arbeitsmaterialien

Zur inhaltlichen Vertiefung des Themas möchten wir Ihnen insbesondere diese Auswahl an Quellen, Aufsätzen u.ä. zum Selbststudium nahelegen:

  • Tischner, Jósef: Das menschliche Drama: Phänomenologische Studien zur Philosophie des Dramas, München 1989, S. 63-66, 80-83, 165-170.
  • Tischner, Jósef: Der Leib als Wert im Drama des Menschen-seins, IN Christliche Anthropologie als Perspektive für die Medizin, Köln 1985, S. 48-53.
  • Tischner, Jósef: Der Streit um die Existenz des Menschen, Berlin 2010, S. 259-267, 321-323.
  • Tischner, Jósef: Der unmögliche Dialog: Christentum und Marxismus in Polen; Graz/Wien/Köln 1982; S. 113 – 116.
  • Tischner, Jósef: Die totalitäre Herausforderung, IN Paweł Śpiewak (Hrsg.): Anti-Totalitarismus, Frankfurt a. M. 2003, S. 140-151.
  • Tischner, Jósef: Ethik der Solidarität. Prinzipien einer Hoffnung, Graz/Wien/Köln 1982, S. 21-25, 26-31.

2.3. Unterrichtsmaterialien und Lernbegleitung
  • Auf Anfrage halten wir für Sie diese Quellen- und Arbeitsmaterialien (siehe Aufzählung unter 2.2.) als Unterrichtsmaterial zur kostenfreien Langzeitausleihe (exklusive Versand) bereit.
  • Für die Gestaltung von Unterrichts- und Seminarübungen finden Sie hier mögliche Schwerpunkte für Einzelvorträge, Gruppen- und Projektarbeiten.
  • Darüberhinaus stehen wir für die inhaltliche Beratung und Begleitung von besonderen Lernleistungen, Studien- und Abschlussarbeiten sowie Forschungsarbeiten gern zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an diesem Seminar an folgenden Kontakt:

Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.
mail: mail@umweltbibliothek.org
tel: +49 (0)35873 / 40503
add: Am Sportplatz 3, 02747 Herrnhut OT Großhennersdorf


3. Service zur Aufbereitung des Bildungsangebots als Seminar für dritte Veranstalter


 3.1. Wir bieten …

Wir bieten die Aufbereitung des Themas als Seminar, z.B. für Gymnasien im Rahmen von Projekttagen, Philosophie-, Geschichts- und Demokratiekursen, für den Fort- und Weiterbildungsbereich, für außerschulische Bildungsträger sowie für den universitären Bildungssektor bei Sommerakademien, dem Studium Fundamentale u.ä..

  • Wir bieten Ihnen ein qualitativ-hochwertiges Seminar unter der Leitung von Wolfram Tschiche (Theologe, Philosoph, Publizist; Badingen OT Klinke).
  • Wir übernehmen in enger Absprache mit Ihnen die inhaltliche Ausgestaltung des Seminarprogramms in Hinblick auf Ihre Bildungsschwerpunkte, Teilnehmerkapazität sowie auf eine zielgruppen- und altersgerechte Aufbereitung des Themas. Ein Beispiel für ein mögliches Seminarprogramm finden Sie hier.
  • Wir stellen den Kontakt zu international anerkannten Experten aus Wissenschaft, Kultur und Politik her, die das Seminar als Referenten begleiten.
  • Wir setzen auf eine methodisch-didaktisch anregende und vielfältige Vermittlung der Inhalte über klassische Text- und Gruppenarbeit bis hin zur Einbindung von Dokumentarfilmen, Hörbeiträgen und Powerpoint-Präsentationen u.ä.
  • Wir halten ein bis zu zwei-tägiges Seminar vor (bestehend aus ca. 12 Unterrichtseinheiten á 45 Minuten).
  • Wir stellen ein bedarfsgerechtes Handout (auch zur späteren Vertiefung des Themas) zur Verfügung.
  • Wir leisten Zuarbeiten für Ihre Öffentlichkeitsarbeit.

3.2. Sie verfügen über …
  • eine Planungsvorlaufzeit von etwa acht Wochen
  • gute, ausreichende räumliche Kapazitäten für ein Seminar mit der erwarteten Teilnehmerzahl (mit Bestuhlung und Tischen auch für die Teilnehmer)
  • eine funktionsfähige, technische Seminar-Ausrüstung (Flipchart-Equipment, Beamer, Leinwand, DVD-Recorder oder Laptop)
  • die eventuelle Möglichkeit, die Teilnehmer und Referenten während des Seminars zu verpflegen
  • Sie tragen die Kosten für Honorare (600,00€) sowie für Reisekosten, Übernachtung und Verpflegung

3.3. Unsere Referenzen

Mit Wolfram Tschiche als Seminarleiter und Referent haben wir einen ausgewiesenen Experten für die Gestaltung des Seminars gewonnen. Unter dem Titel „Die Dialogphilosophie des polnischen Priesters und Philosophen Jozef Tischnerwurde das Seminar in unserem Wirkungskreis bereits erfolgreich erprobt.

  • Termin:Freitag/Samstag, 24./25. Juni 2016
  • Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8 – 10, 02747 Herrnhut
  • Seminarleitung und Referent: Wolfram Tschiche
  • Kooperationspartner: Wolfram Tschiche, Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildungsangebot e.V., Umweltbibliothek Großhennersdorf e.V.
  • Förderer: Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildungsangebot e.V., Sächsischer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
  • Weitere Informationen: … finden Sie im Veranstaltungskalender

3.4. Kontakt

Bitte wenden Sie sich bei Interesse für dieses Seminar direkt an:

Wolfram Tschiche
mail: w.tschiche@t-online.de
tel: +49 (0)39325 / 22359
add: Dorfstraße 21, 39599 Klinke


 4. Eine Zusammenarbeit von …


Photo: CCO