Ausstellung „Versuche in der Wahrheit zu leben. – Widerständiges Leben in der Oberlausitz 1978-1989.“

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Die Ausstellung dokumentiert das oppositionelle Engagement derjenigen Oberlausitzer, die in kleinen Städten und ländlichen Gebieten, im Dreiländereck, an den Grenzen zur damaligen Volksrepublik Polen und der CSSR, die Bürgerbewegung initiierten und einen wichtigen Anteil am Untergang der Kommunistischen Diktatur in der DDR hatten. Sie zeigt oppositionelles Leben in der Oberlausitz in den letzten 10 Jahren vor der friedlichen Revolution. Damit wird versucht, den jenseits der großen Städte kaum reflektierten, aber nicht minder wichtigen Widerstand gegen das verordnete Denken im DDR-Staat für eine ländliche Region zu erforschen und zu veröffentlichen.

Nach Leipzig und Berlin gewann der öffentliche Protest der Bürger gegen die Allmacht der kommunistischen Staatspartei SED das ganze Land, auch die bis dahin ruhiger gebliebene Provinz. Der SED-Staat zerbrach plötzlich im Herbst 1989, als bis in die kleinsten Dörfer Bürger sich zum ersten Mal frei versammelten und offen ihre Meinungen äußerten. Dem Beispiel der Bürgerrechtler folgend, befreitete sich auf einmal die Bevölkerung von ihrer politischen Anpassung, traute sich aus ihrer privaten Nischen hinaus, demonstrierte und forderte demokratischen Reformen. Doch diese Geschichte der friedlichen Revolution auf dem Land blieb bisher weitgehend unbekannt, auch an den Orten ihres Geschehens.

Die Ausstellung umfasst 55 Tafeln, Dokumentenmappen, einen 78-seitigen Ausstellungskatalog und sogar die originale Wachsmatrizen-Druckmaschine, auf der das Samisdat „LausitzbotIn“ bzw. „IP“ gedruckt wurden.

Galerie der Ausstellung