Ausstellung „Momentaufnahmen einer Zerstörung – Deutsch-Ossig“

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Diese Fotoausstellung zeigt in 32 Rahmen Fotografien aus den Jahren 1988 bis 1993, die die Devastierung des Ortes Deutsch-Ossig dokumentieren. In diesem Zeitraum erreichte der Tagebau Berzdorf das südlich von Görlitz gelegene Dorf. Die Gebäude wurden abgerissen und die Ortslage wurde fast vollständig überbaggert. Übrig geblieben sind drei große Höfe und zwei Häuser, die revitalisiert werden sollen. Der Tagebau Berzdorf und das Kraftwerk Hagenwerder wurden 1997 geschlossen. Die ehemalige Braunkohlengrube befindet sich seit November 2002 in Flutung.

Die Ausstellung zeigt Momentaufnahmen, die während des Prozesses der unwiederbringlichen Zerstörung entstanden. In Bildfolgen ist nachvollziehbar, wie Heimat aufgelöst wurde und 650jährige Geschichte endet.

Die Verstromung des Primärenergieträgers Braunkohle wird weiterhin als wirtschaftliches Erfordernis und in der sich verschärfenden Energiekrise als langfristig notwendig angesehen. Das bedeutet, dass auch in Zukunft Ortschaften den sich ausweitenden Braunkohletagebauen weichen müssen. Das Thema ist Teil des grundsätzlichen Problems von Entwicklungen, welche sich weltweit zur Bedrohung summieren. Dem Betrachter des Geschehens wird vor Augen geführt, welchen Preis unser Wohlstand über den unmittelbaren Energiepreis hinaus hat.

Die Ausstellung wird durch eine Liste aller devastierten Orte, egal ob teilweise oder vollständig, in unserer deutsch-polnischen Grenzregion ergänzt. Deutsche und polnische Orte, weil unserer Meinung nach dieses Thema gerade in unserer Region grenzübergreifend gesehen und behandelt werden muss. Daher erfolgte die Beschriftung und Vertextung der Ausstellung auch in beiden Sprachen.

Galerie der Ausstellung