EKOL - Einrichtung Kultureller Bildung im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien

Seminarreihe „Fokus Polen“ 2020

Seminarreihe „Fokus Polen: Vom Verlust der polnischen Ostgebiete und der Rolle des polnischen Katholizismus im 20. Jahrhundert – Folgen und Einflüsse bis in die Gegenwart“

Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Seminaren im Jahr 2019 mit einem ostmittel­europäischen, speziell polnischen Fokus, eröffnen und vertiefen wir weitere politisch-historisch-kulturelle Perspektiven, um insgesamt ein besseres Verständnis sowohl der Vorgeschichte des bahnbrechenden friedlichen Umbruchs im wichtigsten östlichen Nachbarland Deutschlands zu gewinnen, als auch selbstverständlich der friedlichen Umwälzungen selbst und der mittlerweile 30-jährigen Transformationszeit bis ins Polen der Gegenwart.

In einer ersten Phase wollen wir dies anhand markanter Persönlichkeiten der polnischen Zeitgeschichte darstellen, die jeweils für bestimmte Grundströmungen im politisch-kulturellen, widerständigen Prozess gegen den Kommunismus standen, aber auch pro­grammatisch, teilweise auch prophetisch Zukunftsentwürfe für die polnische Gesell­schaft mit und in Europa entwickelten. Dabei richten wir den Blick insbesondere auf Persönlichkeiten, über deren Wirken, Schaffen und Publizität die komplizierten polnischen Verhältnisse sicht- und verstehbar werden, die aus den Verschiebungen der polnischen Ostgrenzen nach dem II. Weltkrieg hervorgegangen sind.

Ein weiterer Schwerpunkt wendet sich Persönlichkeiten im Umfeld des polnischen Katholizismus zu, der sich in Zeiten der nationalen Abwesenheit, nationaler Fremdbestimmung bzw. nationaler Neubesinnung und europäischer Ausrichtung auch als bedeutender gesellschaftlicher und politischer Akteure entwickelte. Dabei beziehen wir den Aspekt ein, Polen als östlichstes Land westlicher Prägung vorzustellen in der Art, wie man in einem anderen Fokus Rumänien als westlichstes Land östlicher Prägung bezeichnen könnte.

Wir halten eine solche Arbeit gerade in unserer Grenzregion für unverzichtbar, da gerade ein besseres Verständnis unserer Nachbarländer in vielerlei Hinsicht entspan­nendes Potenzial auch für unsere eigenen Probleme darstellt. Es kann nicht oft genug betont werden, dass Sachsen das Bundesland mit den längsten Außengrenzen zu östlichen Nachbarn ist. Wir leiten daraus die dauerhafte Aufgabe ab zur Auseinandersetzung mit dem totalitären Erbe des 20. Jahrhunderts und dazu, diese Auseinandersetzung, gelesen u. a. auch durch polnische Erfahrungen, als eine Ressource für freiheitlich-demokratische Bildungsprozesse aufzuarbeiten und zu vermitteln.

Fokus Polen I:
Seminar 11./12.09.2020 „Zum 100. Geburtstag von Karol Wojtyła: Papst Johannes Paul II. und sein geistig-geistliches Erbe für Polen und Europa“

Fokus Polen II:
Seminar 16./17.10.2020 „Czesław Miłosz – der Verlust Ostpolens nach dem II. Weltkrieg in der Literatur am Beispiel des polnischen Literaturnobelpreisträgers“