EKOL - Einrichtung Kultureller Bildung im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien

Projekte

mit Ágnes Heller und Rudolf Ungváry (Budapest) – Datum: 22.03.2019 – 24.03.2019 ine Veranstaltung der Akademie Herrnhut e.V. und der TU Chemnitz

Ort: Gäste- und Tagungshaus Komensky, Comeniusstraße 8–10, 02747 Herrnhut

Referenten:  Ágnes Heller (Philosophin, Budapest) und Rudolf Ungváry (Schriftsteller / Publizist)
Moderatoren: György Dalos (Berlin), Hans-Henning Paetzke (Budapest), Wolfram Tschiche (Klinke), Frank-Lothar Kroll (Chemnitz)
Moderator Podium: Stefan Nölke (MDR / Referatsleiter Geschichte)


Im Fokus des Symposiums standen die vielschichtigen Transformationsprozesse im (ost)-mitteleuropäischen Raum seit den „Friedlichen Revolutionen“ 1989/90 bis in die Gegenwart, insbesondere aus ungarischer Perspektive. Es wurde den Ursachen der Zerwürfnissituation zwischen ostmittel- und westeuropäischen Europavorstellungen nachgegangen und untersucht, warum sich ostmitteleuropäische Länder entschieden haben, national- bzw. liberal-konservative Wege zu gehen. Zu überprüfen und zu bewerten war dabei auch das Verhältnis zwischen ostmitteleuropäischen und westlichen Haltungen gegenüber der Vorstellung eines vereinten Europas sowie Möglichkeiten und Chancen einer Verständigung und Annäherung.

Für diese Veranstaltung kamen die beiden großartigen ungarischen Denker Ágnes Heller und Rudolf Ungváry nach Herrnhut.

Ágnes Heller war Schülerin von Georg Lukács und wurde 1955 von ihm promoviert; nach jahrzehntelanger politischer Unterdrückung in Ungarn emigrierte sie 1977 nach Australien, wo sie 1978 bis 1983 eine Soziologie-Professur innehatte; 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf deren Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York.
Sie starb überraschend wenige Monate nach ihrem Besuch in Herrnhut, kurz nach ihrem 90. Geburtstag beim Schwimmen im Balaton.

Rudolf Ungváry (*1936), Ingenieur, Schriftsteller, Publizist; nach der Niederschlagung der ungarischen Revolution von 1956 verhaftet und interniert, vor der Wende aktives Mitglied der demokratischen Opposition; Ungváry ist Verfasser avantgardistischer Prosa und von Abhandlungen zur Wissensorganisation.

Die Podiumsdiskussion wurde am Di 26.03.2019 in der MDR Kultur-Werkstatt ausgestrahlt. Ein Sendungsmitschnitt ist in der Umweltbibliothek ausleihbar. Im Rahmen der Schriftenreihe „Geistige Lieferung“ der Akademie Herrnhut erscheint 2020 ein Tagungsband. Gefördert durch:

   


2019
Seminarreihe – Fokus: Polnisches Exil 1939 bis 1989:
Der Einfluss Zygmunt Baumans und des KULTURA-Kreises um Jerzy Giedroyc
Gefördert durch den Sächsischen Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur

Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 markierte – auch in Ostmitteleuropa – symbolisch den Abschluss des „kurzen 20. Jahrhunderts“ (1914–1989), das von zwei Weltkriegen und zwei totalitären Systemen,  der nationalistischen Gewaltherr­schaft und der kommunistischen Diktatur, geprägt war, und kündigte die Transformation des internationalen Systems an.
Vor diesem Hintergrund war unser Ziel, die Geschichte und die schwerwiegenden Folgen der politischen Gewaltherrschaft des Stalinismus und der kommunistischen Diktaturen in einem (ost-)europäischen Kontext zu vermitteln und damit der damaligen epochalen Ereignisse sowie der Personen zu gedenken, die sich dem Unrecht trotz Verfolgung widersetzten, ebenso den historisch bedeutsamen Verfolgungskomplex der totalitären Diktaturen, dem der Widerstand in Osteuropa ausgesetzt war, so aufzu­arbeiten und zugänglich zu machen, dass über die Auseinandersetzung mit der Geschichte, deren Folgen und dem Bezug zu Problemen der Gegenwart der inter­gene­rative Dialog insbesondere zu jungen Menschen befördert wird.

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2019
30 Jahre nach dem Untergang der sozialistischen Staaten im sowjetischen Machtbereich – Eine historische Bilanz“
Projekt der außerschulischen, historisch-politischen Jugendbildung
Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung

Dieses Projekt versucht sich 30 Jahre nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staatenwelt an der Bilanzierung  einiger wichtiger politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Gesichtspunkte des Transformationsprozesses in der ostmittel­euro­pä­ischen Region und in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung sowie in den post­sowjetischen Staaten.
Neun deutschlandweit veranstaltete Projektrunden unter der Leitung von Wolfram Tschiche (DDR-Oppositioneller, Theologe, Philosoph) richten sich im Rahmen der außerschulischen Bildungsarbeit an Auszubildenden, Studierenden bzw. Schüler*innen.

30 Jahre_ Das Projekt
30 Jahre_Projektrunden

Wir entwickeln im Rahmen der kulturellen Bildung Wanderausstellungen, die wir an schulische und außerschulische Bildungsträger, teils in Kooperationen mit unseren Partnern, z.B. der Hillerschen Villa, verleihen.

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Wir bieten fünf verschiedene Medienkisten für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zur Ausleihe an.

Die Kisten enthalten jeweils eine Vielzahl von Medien – das können Messgeräte, Bücher, DVDs, Spiele, Foliensätze und andere Materialien sein. Die Medienpakete ermöglichen es, Umweltthemen ohne eigenen Recherche- und Beschaffungsaufwand zu erschließen und interessante Bildungsprojekte zu gestalten. (mehr …)

 Im Jahre 2016 konnte in einem Raum des Speichergebäudes, unseres zweiten Standortes, die alte Umweltbibliothek (1986-1990) nachgestellt werden.

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Das 2004 angelegte und im Rahmen eines Schülerpraktikas weiterentwickelte Zeitungsartikelarchiv ist Anfang 2016 zur Nutzung übergeben worden.

Es enthält über 10 laufende Meter Aktenordner Zeitungsmeldungen zu allen derzeit relevanten Konflikten und darüber hinaus hat es alle deutschen und europäischen Debatten in den letzten 15 Jahren dokumentiert.

Zum Archiv gehört ein umfangreicher Bestand an Grundlagen Sekundär- und Sachbuchliteratur.

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Der Medienbestand setzt sich aus Literatur der Bereiche Philosophie, Religion und Wissenschaft zusammen. Die EKOL verfügt im Rahmen dieses Arbeitsschwerpunktes des Weiteren über Bestände mit denen wichtige deutsche und europäische Debatten aus unterschiedlichen historischen Gedächtnissen heraus nachvollziehbar werden können, deren Protagonisten und Akteure eine lange Spur gelegt haben und auf die sich in unserer Gegenwart bezogen wird. (mehr …)

Neben der permanenten Aufgabe, unsere Bestände über Bibliotheca2000 zu digitalisieren, damit im BiboSax und bei Brise Online sichtbar zu machen, gilt es, unsere Bestände mit den Beständen der Hochschulbibliothek Zittau/ Görlitz zu verzahnen. Im Rahmen der Umsetzung der Kooperationsvereinbarung zwischen der Hochschule Zittau/Görlitz und dem IHI Zittau mit der Akademie Herrnhut ist die gegenseitige Sichtbarmachung der Bestände der Hochschul- und Universitätsbibliothek und der Bestände des Geistig-Kultureller Wissensspeichers verabredet. Ziel ist es, wie schon den Nutzern öffentlich-kommunaler Bibliotheken, auch den Nutzern von Hochschulbibliotheken die Bestände der EKOL nahe zu bringen.

Der Geistig-Kulturelle Wissensspeicher ist in diesem Zusammenhang als Kooperationspartner für die Erarbeitung der jeweiligen Inhalte verantwortlich. So sind in den letzten Jahren über 50 Mitteilungen an einen sich von Jahr zu Jahr vergrößernden Adressatenkreis von aktuell ca. 100 versandt worden. (mehr …)

Über ein viertel Jahrhundert nach den „Friedlichen Revolutionen“ in den ostmitteleuropäischen Staaten ist es an der Zeit, nicht nur der damaligen epochalen Ereignisse zu gedenken, sondern kritisch danach zu fragen, worin das geistige und politische Erbe der Dissidenz besteht und ob es für gegenwärtige Probleme eine fruchtbare und wegweisende Wirkung zu entfalten vermag. Um diese Frage zu beantworten, hat sich die umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut vorgenommen, in loser Folge die wichtigsten denkerischen Vorbereiter der Friedlichen Revolution in Osteuropa vorzustellen und über eine bezüglich unseren Fragestellungen gezielte Werkanalyse eine mögliche Wirkung über unseren heutigen Tag darzustellen. (mehr …)

 

Vor dem Hintergrund der akuten Flüchtlingskrise 2016 und der nun abnehmenden Aufmerksamkeit für die drängenden Fragen um diese Herausforderung, die es auch langfristig für die Integration von Flüchtlingen zu bewältigen gilt, ist es mehr denn je bedeutsam, diese Themen zu einer dauerhaften Bildungsaufgabe der EKOL zu erheben. (mehr …)

Das laufende Projekt zielt darauf, den Medienbestand des Kompetenzzentrums, der sich aus Literatur zu Kunst und Kultur Mitteleuropas, Ostmitteleuropas, Südosteuropas und Osteuropas zusammensetzt (darunter sowohl Belletristik und Prosa als auch Lyrik, aber auch Malerei und Film sowie wissenschaftliche Literatur), zu digitalisieren und weiterzuentwickeln. (mehr …)

Das laufende Projekt bezieht sich auf den Bestand des Archiv Bürgerbewegung mit zumeist deutschen Quellen unterschiedlicher Provenienz zum Aufbruch 1989 bzw. der Oppositionskultur in Sachsen und der DDR sowie die dazugehörige wissenschaftliche Literatur. Darüber hinaus enthält das Archiv Zeugnisse über den Totalitarismus in Tschechien und Polen, wie die Samisdat- und Exilliteratur in tschechischer und polnischer Sprache, was eine Besonderheit darstellt. Dieser Bestand ist zu erhalten und weiterzuentwickeln, um es für die Zielgruppe zugänglich zu machen.

Die Region Oberlausitz-Niederschlesien hat eine besonders reiche und weithin wirkende geisteswissenschaftliche Vergangenheit, an die in der technisch und ingenieurlich geprägten Moderne nicht hinreichend angeknüpft wird. Eine erfolgreiche Entwicklung der Region aus der gegenwärtigen Struktur- und Identitätskrise braucht aber jenseits von Ingenieurskunst und Industriearbeit eine geistig-kulturelle Auseinandersetzung, die den Menschen Sinn, Orientierung und neues Selbstwertgefühl gibt. Die geistige Kultur der Region ist jedoch trotz vieler kleiner Mosaiksteine und beachtlicher Ambitionen im Gesamtbild zu schwach und instabil. Unsere Region wird von außen als geistig verarmt und intellektuell bestenfalls drittklassig wahrgenommen. Angesichts der historischen Wurzeln und der aktuellen Potentiale – u. a. zwei Hochschulen und der weltweite Leuchtturm des Geistes Herrnhut – ist dieser Zustand nicht hinnehmbar. (mehr …)

2017 haben wir auf der Plattform der Akademie Herrnhut den Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe gegeben, die als „Geistige Lieferung“ betitelt nun einmal jährlich mit hochkarätigen Geschichts-, Politik- und Geisteswissenschaftlern stattfinden wird und sich den brennenden europäischen Themen eines notwendigen Brückenbaus zur Stärkung der Bindungskräfte und des Verständnisgewinns zwischen West-, Ostmittel- und Osteuropa widmet. Teil des gesprochen Vortrages ist eine dann auch in einer längeren essayistischen Form abgedruckte Publikation, die ebenfalls unter dem Titel „Geistige Lieferung“ im Dresdner Neisse Verlag erscheint.

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Über ein viertel Jahrhundert nach den „Friedlichen Revolutionen“ in den ostmitteleuropäischen Staaten ist es an der Zeit, nicht nur der damaligen epochalen Ereignisse zu gedenken, sondern kritisch danach zu fragen, worin das geistige und politische Erbe der Dissidenz besteht und ob es für gegenwärtige Probleme eine fruchtbare und wegweisende Wirkung zu entfalten vermag. Um diese Frage zu beantworten, hat sich die umweltbibliothek Großhennersdorf in Kooperation mit der Akademie Herrnhut vorgenommen, in loser Folge die wichtigsten denkerischen Vorbereiter der Friedlichen Revolution in Osteuropa vorzustellen und über eine bezüglich unseren Fragestellungen gezielte Werkanalyse eine mögliche Wirkung über unseren heutigen Tag darzustellen. (mehr …)

Zusammen mit der Akademie Herrnhut für politische und kulturelle Bildung plant die Umweltbibliothek im Zwei/Drei-Jahres-Rhythmus Tagungen zu bestimmten Aspekten der Aufarbeitung des Erbes totalitärer Diktaturen des 20. Jahrhunderts sowie zur Erinnerungs- und Gedenklandschaft in unserem Dreiländereck. Die einzelnen Projekte werden mit unterschiedlichen Kooperationspartnern durchgeführt, wie dem Landkreis Görlitz, der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Hannah-Arendt-Institut, der Gedenkstätte Großschweidnitz oder der TU Chemnitz. (mehr …)

Hohe politische Verantwortungsträger der Region bringen zum Ausdruck, und auch ganz augenscheinlich ist festzustellen, dass in dieser Region überdurchschnittlich viele Kosovaren ankommen und Fuß fassen wollen. In den Medien verhallen diese intervallsmäßigen Wasserstandsmeldungen jedoch und erzeugen in weiten Kreisen Verständnislosigkeit und Beunruhigung. (mehr …)

Das Archiv der Umweltbibliothek mit dem Themenschwerpunkt Energie- und Umweltpolitik in der DDR insbesondere mit der jahrelangen Arbeit zu regionalen Themen von Energiepolitik und Braunkohleabbau sind der Grund dafür, dass die Umweltbibliothek als regionaler Akteur für die Umstrukturierung unser Region im Zusammenhang mit dem sich abzeichnenden Ende des Braunkohleabbaus in der Lausitz angesehen wird. Durch Beratungen und durch das Zurverfügungstellen vorhandener Archivmedien können wir diverse Anfragen unterstützen. Diese Anfragen zeigen uns, wie wichtig unser umfangreiches Wissen für die Gesellschaft und Politik ist und dass wir ein Ort sind, der Perspektiven eröffnen kann. (mehr …)

im Spiegel der Maßnahmen und Projekte der Initiative „St. Johannis ’89“ und der Gedenkstätte „Bautzner Straße“

Die Wahrnehmung der Friedlichen Revolution ist noch immer von den Geschehnissen in Berlin, Leipzig und Dresden geprägt. Und doch wäre sie ohne die Aktivitäten in vielen kleinen Städten und Gemeinden nicht denkbar gewesen. (mehr …)

Das aktuelle Projekt beinhaltet die Digitalisierung einer Sammlung von ca. 300 Flugblättern unterschiedlichster politischer antikommunistischer Organisationen, die bis in die 60er Jahre bestimmte Zielgruppen in der DDR einschließlich der Besatzungsgruppen erreichen sollten. Hierbei geht es zuvörderst um die Erschließung dieser Sammlung bis hin zur Erarbeitung eines wissenschaftlichen Kommentars.

Das Projekt ist in der Antragsphase. Geplant ist, die Flugblätter über die Homepage zu präsentieren.

Bildungsreisen haben einen multiperspektivischen Ansatz mit Schwerpunkten in Geschichte, Kultur und Politik. In den kommenden Jahren beabsichtigen wir, dieses Angebot auszuweiten und weitere Bildungsreisen in ostmitteleuropäische Grenzregionen maßgeblich mitzukonzipieren, zu organisieren und durchzuführen.

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Die für das Jahr 2017 vorbereitete Tagung widmet sich dem 100. Jahrestag der russischen Revolution im Oktober. Dieses Ereignis war in gewisser Weise das folgenreichste des 20. Jahrhunderts. Somit geht es im diesbezüglichen Tagungsband nicht nur um die Präsentation des neuesten Forschungsstandes, sondern auch um den Versuch einer Bewertung. Darin inbegriffen sind die Übersetzungen vierer Vorträge aus dem Russischen zum Zusammenhang der bolschewistischen Revolution und der Kirchen, die durch eine Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt Einzug in den Tagungsband finden. 2018 ist geplant, ein druckfertiges Manuskript zu erstellen.

 

Im Anschluss an eine Tagung zu Erinnerungs- und Gedenkorten im Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien ist nun ein entprechender Tagungsband geplant, in dem sowohl über bekannte und weniger bekannte Orte der Region informiert, als auch ein Einblick in den unterschiedlichen Umgang mit Gedenken und Gedenkkulturen der drei Länder gegeben wird.

Der Tagungsband wurde mit aktuellen Bezügen versehen und die Drucklegung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung steht nun kurz bevor.

Schülern und Schülerinnen in der Sekundarstufe I und II wird eine Langzeitbegleitung bei der Themenfindung für komplexe Lernleistungen, Erstellung eines Exposés und der Einführung in wissenschaftliches Arbeiten geboten.